Page 17

Gmoabladl Nr. 7 - Bodenmais

17 Karin Besendorfer 600 Einwohnern und wurde an der Schule schon von den Lehrkräften und der Schulleitung erwartet. Nach einem Schulhausrundgang und einer kurzen Powerpointpräsentation über die Schule wurden die ersten Termine abgesprochen und gegenseitige Treffen vereinbart. Die Kontaktaufnahme gestaltete sich trotz noch vorhandener sprachlicher Barrieren sehr kurzweilig und fröhlich, und bei dem gemeinsamen Mittagessen ging man bereits zum „Du“ über. Ein interessanter Rundgang durch die Burg Rabí rundete das herzliche erste Treffen ab. Bereits im Dezember wird die Schülergruppe aus Zichovice, die im Rahmen des Projektes Deutsch lernt, nach Bodenmais zu einem Besuch kommen. Die Bodenmaiser Kinder, die im Rahmen der offenen Ganztagesklasse kostenlos Unterricht in Tschechisch erhalten, sind schon gespannt auf den Besuch ihrer Partner aus dem Nachbarland. Prävention und Aufklärung statt Belehrung Wie bereits in vergangenen Jahren stand an der Grund- und Mittelschule Bodenmais zu Schuljahresbeginn für die Schüler der 9. und 10. Klasse eine Präventionsveranstaltung zum Thema Alkohol- und Drogenmissbrauch auf dem Programm. Die Klassenlehrer der beiden Abschlussklassen, Reinhard Treml und Klaus Gigl, waren froh, mit Polizeihauptkommissar Franz Gröller von der Polizeiinspektion Regen erneut einen absoluten Fachmann an der Schule begrüßen zu dürfen. Begleitet wird dieser seit vielen Jahren von Alfred Reif aus Frauenau, einem ehemals Alkoholabhängigen, der sich den Schülern sehr offen als „trockener Alkoholiker“ vorstellt. Reif ist gemeinsam mit Franz Gröller in der Region als Ansprechpartner und Referent zur Alkoholprävention und Aufklärung unterwegs. Alfred Reif fesselte die Schüler mit seiner Lebensgeschichte und erzählte sehr offen über seine Vergangenheit als Abhängiger. Detailliert berichtete er über seinen Weg in und aus der Alkoholsucht. Herr Reif beschrieb sich als einen in seiner Jugendzeit sehr schüchternen, unsicheren Jungen. Früh verlor er seine Mutter. „Mit 13 begann ich bereits zu rauchen, mit 15 zu trinken. Durch den Konsum von Alkohol legte sich meine Schüchternheit, ich war viel offener im Umgang mit Menschen. Wenn ich dann aber wieder mal nüchtern war, war alles noch viel schlimmer als zuvor“. Der exzessive Konsum von Alkohol hinterließ tiefe Spuren bei dem jungen Mann. Er verlor bereits früh seinen Führerschein, auch beruflich bekam Reif zunehmend s´Bomoissa Gmoabladl - Ausgabe 7 Probleme. Massiv körperlich wie seelisch beeinträchtigt, entschied er sich mit 28 Jahren zum Entzug. Ich war danach jahrzehntelang in Therapie, so der heute 66-Jährige. „Nur durch das Gespräch über meine Ängste und Probleme, schaffte ich es zunehmend mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.“ Reif ermutigte die sichtlich bewegten und beeindruckten Jugendlichen, über eigene Probleme zu sprechen, etwa im Familien- oder Freundeskreis. Alfred Reif stand den Jugendlichen im Anschluss für Fragen zur Verfügung und gab ihnen schließlich sein Lebensmotto mit auf den Weg „Vertrauen auf sich selbst, Hinschauen, Sprechen und Spüren“. Im zweiten Teil des Workshops konfrontierte Polizeihauptkommissar Franz Gröller, zuständig für Drogenprävention an Schulen, die Schüler mit aktuellen Statistiken zur Drogensituation in unserer Region. Besonders ging er hier auf die aktuelle Modedroge „Crystal Meth“ ein, Eindringlich schilderte Gröller das Sucht- und Zerstörungspotential der Droge. Die Folgen reichen von Persönlichkeitsveränderung und körperlichem Verfall bis hin zum Tod durch Kreislaufversagen, so Gröller. Begleitet von kleineren Filmsequenzen, Bildern und Berichten aus dem Polizeialltag veranschaulichte er zudem die Wirkungsweise weiterer Stoffe und erklärte den Schülern, wie man Sucht definiert. Auch stellte er die Gefahren in den Mittelpunkt, die der Konsum dieser Drogen mit sich bringt. Gröller betonte dabei, dass der Einstieg in die Drogensucht oft über legale Rauschmittel wie Alkohol führt. Er wolle dabei auch nicht strikt zwischen legalen und illegalen Drogen unterscheiden. Viel mehr Menschen sterben an den Folgen des Konsums von Nikotin und Alkohol als durch harte Drogen, so Gröller. Die Mittelschule Bodenmais war vertreten (vr) und Christine Leitl, von der tschechischen Partnerschule Ivana Filipová, , Milena Hnídková, Schulleiterin Jaroslava Krèmáøová, Gabriela Hermanová, nicht im Bild Rektor Lang (Kameramann)


Gmoabladl Nr. 7 - Bodenmais
To see the actual publication please follow the link above